28.10.19

Fußball auf neuen Beinen

Interview mit Prof. Lorenz Schimpfössl und Prof. Alexander Hell, die den Schwerpunkt „Fußball“ am BRG Imst tragen.

Foto: BRG Imst

Was bedeutete bisher „Fußballklasse“ am Bundesrealgymnasium Imst?
Seit drei Jahren gibt es bei uns den Schwerpunkt „Fußball“ in der Unterstufe. Dabei kann man wählen, ob man diesen Schwerpunkt besuchen kann. Die fußballbegeisterten Schülerinnen und Schüler sind dann in einer Klasse zusammengefasst. Bisher gab es eine Kooperation mit dem Tiroler Fußballverband, der stellte für jeweils 2 Stunden pro Fußballklasse einen zusätzlichen Trainer zur Verfügung.
Wie lief die Fußballklasse bisher?
Natürlich war das Ganze noch sehr neu für unsere Schülerinnen und Schüler, im letzten Jahr haben wir einen sehr starken Aufwärtstrend gespürt, das Ganze hat sich sehr gut eingespielt. Die Schüler sind mit Begeisterung bei der Sache und erste Erfolge stellten sich ein.
Wie veränderte sich die Rolle des Tiroler Fußballverbandes?
Seit heuer fördert der Tiroler Fußballverband uns nicht mehr mit einem Trainer. Das hat er uns mitgeteilt. Trotzdem halten wir aber an unseren Fußballklassen fest, weil wir davon überzeugt sind. Nunmehr haben wir das Konzept „Fußball“ evaluiert und das Ganze auf neue Beine gestellt.
Wie sieht nun dieses Konzept aus?
Erstens haben wir auf die Begeisterung reagiert und haben nun zwei Gruppen „Schülerliga“, weil das Interesse sehr groß war. Zwar haben wir keinen zweiten Trainer vom TVB mehr, trotzdem legen wir auf „Fußball“ im Unterricht aus Bewegung und Sport in diesen Fußballklassen einen besonderen Fokus. Gerade Koordinationsübungen, Fitnesstraining, speziell abgestimmt auf Fußball, und natürlich das Spiel selber sind dabei sehr wichtige Faktoren.
Wo liegen weiters die Schwerpunkte?
Fußball ist ein Mannschaftssport. Gerade dieses Wir-Gefühl in der Mannschaft ist unverzichtbar. Da geht es nicht um Eifersüchteleien oder Einzelkämpfertum, sondern da geht es um eine gemeinsame Sache. Das müssen wir gemeinsam auch lernen. Die Teamfindung ist als Prozess zu verstehen, weil natürlich die Schüler ihre eigenen Stärken sowie jene ihrer Mitschüler erkennen sollen. Diese Stärken wollen wir positiv verstärken, damit jeder Schüler seine Rolle im Team findet und akzeptiert wird. Wenn jeder seinen Platz gefunden hat, dann ist es ein kleiner Schritt zum Sieg. Und ich glaube, da sind wir jetzt sehr gut am Weg. Was wir nicht wollen, ist, dass unsere Schüler beleidigt oder gar beschämt werden, weil wir davon überzeugt sind, dass das nur schadet und der sportlichen Karriere keinesfalls nützen kann.
Wie blicken Sie für den Fußballschwerpunkt in die Zukunft?
Sehr optimistisch! Es ist die Begeisterung bei unseren Schülern da, es sind die Talente da und wir werden diese so fördern, dass sich die Fußballklassen gut entwickeln. Und wir sind überzeugt, dass dieser sanfte Weg zur Fußballspitze der richtige ist.