
Eine ganz liebe Tyrannin in Grün
Wenn Mareike Kremsner als angeblich liebe Lehramtsstudentin Bea Gründl das Klassenzimmer stürmt und sich gebärdet wie ein autoritärer Schleifer, der seine Rekruten auf Daumengröße zusammenstutzen möchte, da kann man glatt das Fürchten lernen. Jedenfalls bis sie kichernd aus der Rolle kippt und die SchülerInnen schüchtern-verlegen fragt, ob das jetzt vielleicht doch zu dick aufgetragen war. Als dann plötzlich ihre Schuhe weg sind und sie die Klasse überzeugen möchte, diese wieder rauszurücken, ist ihr letzter Trumpf eine märchenhafte Geschichte, in der Puppe und Puppenspielerin miteinander verschmelzen. Helfen tut auch das nichts – deprimiert-enttäuscht plustert sie sich zu wahrlich monströser Größe auf. Ganz ehrlich – man nimmt Mareike Kremsner jede Facette ihrer Rolle ab. Unterstützt wird sie von ihrer „Professorin“, Julia Jenewein bzw. Laura Nöbauer.
Bewaffnet mit Tonanlage, Riesenbüchern, Namenskärtchen, Zaubertricks und Marionette zieht Lehrerin Gründl alle Register und wem in einer solchen Unterrichtsstunde langweilig wird, der muss eine ziemlich verschlafene Socke sein. Neben der umwerfenden Komik bleibt beim Klassenzimmerstück „Ruhe, bitte!“ aber trotzdem Raum für nachdenkliche Momente.



