
Auf den Spuren des Judentums in Innsbruck
Am 26. Feber begab sich die 7. Klasse des BRG Imst gemeinsam mit ihren Begleitlehrpersonen Marion Gander und Hannes Hörmann auf die Spuren des Judentums in Innsbruck. Im Rahmen eines Stadtrundgangs setzten sie sich intensiv mit der Geschichte und Gegenwart des jüdischen Lebens in Tirol auseinander.
Der erste Halt war der jüdische Friedhof nahe dem Westbahnhof. Dort lernten sie jüdische Begräbnisrituale und Traditionen kennen. Besonders beeindruckt zeigte sich eine Schülerin: „Juden legen Steine auf die Gräber statt Blumen.“ Auch die schlichte Gestaltung der Grabstätten fiel auf: „Die Gräber sind nicht geschmückt.“ Viele entdeckten interessiert die Inschriften: „Auf vielen Gräbern war der Beruf angegeben, zum Beispiel Kaufmann.“
Anschließend besuchten die jungen Erwachsenen das Mahnmal bei der Hautklinik, auf dem die fünf Bücher Mose dargestellt sind. „Für die Juden sind die fünf Bücher Mose sehr wichtig“, stellte ein Schüler fest. Danach ging die Gruppe weiter zum Pogromdenkmal am Landhausplatz, das an die Verfolgung und das Leid der jüdischen Bevölkerung während und nach der sogenannten „Reichskristallnacht“ im November 1938 erinnert.
Den Abschluss bildete der Besuch der Synagoge in der Sillgasse. Dort wurden sie herzlich von Siegfried Aviel Gitterle, dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Innsbruck, empfangen. Er führte die Schülerinnen und Schüler durch die Synagoge, erklärte religiöse Gegenstände und Traditionen und beantwortete geduldig alle Fragen. „Wir konnten viele Fragen stellen“, hielten die SchülerInnen im Anschluss fest. Während des Rundgangs erfuhren sie einiges über die Geschichte des Judentums in Tirol und lernten jüdische Feiertage kennen. „Wir konnten Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Religionen sehen“, meinte eine Schülerin zusammenfassend.
Der Lehrausgang war für die 7. Klasse des BRG Imst eine wertvolle Erfahrung und erfolgte im Rahmen der Exkursionen zu den Weltreligionen in der Oberstufe – mit dem Ziel, gegenseitigen Respekt und Verständnis zu fördern.


